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Kunst im öffentlichen Raum
Schluss mit Beobachten Hattingen, 31.07.2009, Michael Brandhoff Nachdem der „Observer” erneut beschädigt wurde, hat sich Künstler Thomas Klegin entschlossen, seine Installation abzubauen.Hattingen sollte für Thomas Klegin ein Neuanfang werden. Im Februar war das Atelier des Künstlers aus Schwerte ausgebrannt, 20 Jahre seines Wirkens waren von einem Moment auf den anderen zerstört worden. Der „Observer”, der auf der Ruhr in der Nähe des Landhauses Grum die Blicke auf sich ziehen sollte, war seine erste große Arbeit danach. Er hat viel Herzblut investiert, Ideen, sogar eigenes Geld. Doch nachdem seine Installation jetzt zum dritten Mal zerstört wurde, entschloss sich Klegin dazu, sie abzubauen.„Es steht nur noch ein Stuhl, da macht reparieren keinen Sinn mehr”, erklärte er am Freitag. Alleine hat er daraufhin mit der Demontage begonnen, am Samstag kommt Unterstützung.Der „Observer” (Beobachter) war Mitte Mai aufgestellt worden eine Installation, die aus vier Schiedsrichter-Hochstühlen in Rot und Weiß besteht. Sie schwamm auf der Ruhr, die Hochsitze waren so bearbeitet worden, dass niemand hinaufklettern konnte. Bis Ende September sollte das Kunstwerk schwimmen, sollte die Aufmerksamkeit auf den alten Gahlenschen Kohlenweg lenken. Dazu gab es auch noch eine Kunstflug-Aktion, bei der ein Kondensstreifen den Weg nachzeichnete.Bereits nach einer Woche wurde der „Observer” zum ersten Mal zerstört. Zwei der fünf Schwimmbälle wurden beschädigt, Stangen verbogen. Thomas Klegin überlegte bereits, sein Werk abzubauen, machte sich dann aber doch daran, es zu reparieren. Anfang Juli die zweite Sachbeschädigung: Ein kompletter Hochstuhl wurde samt Aufbau abgerissen. Klegin stellte bei der Polizei Strafanzeige und machte sich erneut die Mühe, den „Observer” aufzubauen.Jetzt die dritte Attacke und der Künstler hat genug: „Die Hattinger neigen offensichtlich zum Vandalismus. Na ja, vielleicht nicht die Hattinger generell, vielleicht ist es ein Problem dieser Zeit”, sagt er. „Die Menschen sind kulturell desinteressiert.”Er mache Kunst für die Gesellschaft, betreibe viel Aufwand, „aber so etwas ist mir noch nicht passiert”. Klegin führt ein Beispiel aus seiner Heimatstadt Schwerte an: „Seit dem Jahr 1998 steht dort eine große Arbeit von mir mit Kristall-Spiegeln es wäre leicht, diese einzuwerfen, doch dort passiert nichts. Wieso ausgerechnet der ,Observer' zur Zielscheibe wurde, weiß ich auch nicht.”Auch die Reaktionen in unserem Internet-Portal DerWesten.de überraschten den 48-jährigen Kunst-Professor: „Zum einen, weil überhaupt so viele reagiert haben, andererseits aber auch, weil sie so heftig gegen den ,Observer' waren.”Den Kunstverein, der die Aktion vor Ort begleitet hat, informierte Thomas Klegin am Freitagmittag über seinen Entschluss, die Installation wieder abzubauen.Mittel von der BezirksregierungAuf etwa 8000 Euro Materialkosten beziffert der Künstler Thomas Klegin den Wert seines „Observers”, die Arbeitsstunden nicht eingerechnet. Einen Teil hat er selbst getragen, einen weiteren Teil gab es als Fördermittel von der Bezirksregierung in Arnsberg, die den Gahlenschen Kohlenweg mit Blick auf die Kulturhauptstadt 2010 bekannt machen möchte. Der Gahlensche Kohlenweg ist der ehemalige Kohletransportweg, der durch Kunst-Aktionen wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden soll. |
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