Kunstverein Gelsenkirchen e.V.


Ausstellung

KOHLEN-KUNST-TRANSFER
Gahlenscher Kohlenweg – Kunststraße wird Straße der Kunst

vom 26.11.2010 – 23.01.2011

Kunstmuseum Gelsenkirchen – Alte Villa

Horster Str. 5-7
45879 Gelsenkirchen
Tel.: Info: 0209 - 169•4361
Fax:         0209 - 169•4801

Die Ausstellung KOHLEN-KUNST-TRANSFER vereint national und international anerkannte Künstler, die eine historische Transporttrasse, den Gahlenschen Kohlenweg, mit ihren Werken seit 2008 kontinuierlich ins Bewusstsein rücken. Einst von Bochum über Herne, durch Gelsenkirchen bis hin nach Gahlen bei Dorsten verlaufend, um den schon im 18. Jahrhundert gefragten Rohstoff von den Kleinzechen im Süden Bochums bis hin zur Verschiffung im Lippehafen bei Dorsten zu befördern, fungiert dieser inzwischen vergessene Transportweg nach Um- und Ausbaubauten

Raumsprachen – open space

nördl. Sommerhofsweg / westl. Bochumer / Ulkotter Str. (B224)
an der Stadtgrenze Dorsten / Gelsenkirchen am ehemaligen Gahlenschen Kohlenweg

Projektmotive

Um Räume sinnlich erfassen, begreifen und verstehen zu können muss man mit ihnen kommunizieren. Räume protokollieren auf ihre eigene Weise unseren Umgang mit Ihnen, unsere Interessen an Ihnen und unsere Haltung zu Ihnen. Sie sind Chronologien des historischen Stoffwechselprozesses zwischen Mensch und Natur. Wo könnte man Räume besser thematisieren als in der Region zwischen Ruhr, Emscher und Lippe, wo ein tiefgreifender Strukturwandel eingeleitet wurde. Darin spielen Räume eine neue Rolle. Sie erfahren eine Aufwertung, nachdem sie in kultureller Hinsicht im Prozess der Industrialisierung in eine Randlage geraten sind. Die Beziehung der Menschen zu ihren Räumen ist dadurch brüchig geworden bzw. war überwiegend technischer Natur. Das Projekt Raumsprachen will im Sinne kultureller Bildung dazu beitragen, diesen nicht mehr zeitgemäßen Prozess der Entfremdung des Menschen von Natur und Landschaft transparent und öffentlich bewusst zu machen. Dabei werden die Produktivkräfte Kunst und Natur, Kreativität und Ästhetik ins Spiel gebracht, um neue Möglichkeiten einer attraktiven Wahrnehmung sowie einer nachhaltigen und differenzierten Mitgestaltung des Raumes zu erschließen.

Projektkonzept

Die Kultur- und Industrielandschaft in Gelsenkirchen-Scholven im Grenzgebereich zur Nachbargemeinde Dorsten soll mit Mitteln der Kunst verortet, visuell sichtbar und erlebbar gemacht werden. Das Projekt Raumsprachen soll das Scharnier zwischen Industrie und Natur dokumentieren und die Überformungen, Widerständigkeiten und Metamorphosen zur Industrie-Natur aufzeigen. Die Prägnanz des Landschaftsraumes als Identitätsstifter zwischen der Stadt Gelsenkirchen und der Gemeinde Dorsten wird immer wichtiger. Sie ist einzigartig und verhilft in Zeiten des digitalen Utopos und Geschwindigkeitsrausches dem Jetzt und Hier zu seinem Dasein. Die Kulturlandschaft Gelsenkirchen-Scholven / Dorsten ist nicht ausschließlich Raum für Industrie, Landwirtschaft, Straßen- und Versorgungsleitungen, sondern auch Erholungs- und Kulturraum für die Menschen im nördlichen Ruhrgebiet.

Die Landschafts-,Industrie- und Stadträume sind eng verflochten und treffen im Suburbanen aufeinander. Der Vorraum von Gelsenkirchen und Dorsten soll zu einem Qualitätsmerkmal der kommenden Stadtrandlandschaft entwickelt werden, soll Umweltschutz und Landschaftspflege fördern, Kulturgüter bewahren und die Lebensqualität für alle Bevölkerungsgruppen steigern. Die Kulturlandschaft im Agrarpark in Gelsenkirchen-Scholven / Dorsten soll durch Raumsprachen verständlich und als solche lesbar gemacht werden. Dazu sind alle Genres und Formate möglich: singuläre Aktionen, Cross-over-Projekte, Performance, Installationen. Mit dem Kunstwerk open space soll der Landschaftsraum „gespiegelt“, betont und erlebbar werden.

Der Kunstverein Gelsenkirchen will unter dem Aspekt kultureller Raumbildung den dialektischen Zusammenhang von Lokalität und Regionalität, die Unterschiede von Gemeinsamkeiten von Raumsprachen herausarbeiten. Ziel ist ein Zukunftsszenario: „was wäre entstanden wenn es anders gekommen wäre“. Das Projekt ist grenzübergreifend angelegt. Eine Zusammenarbeit mit dem Kunstverein visuell-virtuell in Dorsten wurde bereits verabredet. Vereinbart ist gleichfalls, dass die Kulturinitiative Emscher-Lippe (K.I.E.L.) zum Ende des Projekts in Form einer Kunstdebatte das Projekt Raumsprachen der Öffentlichkeit vorstellen und zu Gehör bringen wird.

Projektidee:
Ulrich Daduna + Uwe Gelesch
für den Kunstverein Gelsenkirchen e.V.
im Kunstmuseum Gelsenkirchen
Horster Straße 5-7
45897 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 / 47827
Fax: 0209 / 47318
Mobil: 0171 / 54 39 465
www.kunstverein-gelsenkirchen.de
Vorsitzender:
Ulrich Daduna; Dipl.-Ing. Architekt
Fon: 0209 4 78 27; Fax: 0209 4 73 18; E-Mail: architekt.daduna@web.de
http://www.kunstverein-gelsenkirchen.de