Gahlenscher Kohlenweg

Kunststrasse wird Strasse der Kunst

Kulturhauptstadtprojekte 2008/9

Fünf Institutionen haben sich zum Veranstaltungsjahr der „RUHR 2010“ im Verbundprojekt „Grenz Gebiet Ruhr“ zusammengeschlossen, um mit Werken zeitgenössischer Künstler den Verlauf eines historischen Transportweges in Erinnerung zu rufen und damit exemplarisch den Wandel des Ruhrgebietes von der Industrieregion zur Kultumetropole zu verdeutlichen.


Beteiligt sind die Kunstvereine Gelsenkirchen, Hattingen, Virtuell-Visuell Dorsten sowie die Bochumer galerie januar und der Förderverein Zeche Unser Fritz 2/3 aus Herne.
Analog zur einstigen Streckenführung des „Gahlenschen Kohlenweges“, der sich in Süd-Nord-Richtung grenzüberschreitend von Hattingen über die Ruhr nach Bochum, Herne, Gelsenkirchen bis hin nach Dorsten ausdehnte, beabsichtigen die fünf Vereine, gemeinsam die ehemalige Handelsstraße mit Kunstmarken bewusst und erfahrbar zu machen.
Die Nachfrage nach dem alternativen Energiematerial Steinkohle war im 18. Jahrhundert speziell in den holzarmen Regionen des Niederrheins so stark angewachsen, dass die Beförderung von den Lagerstätten, den Höhenrücken beiderseits der Ruhr im Süden Bochums bis hin zur Verschiffung im Hafen von Gahlen bei Dorsten eine effektive Lösung erforderte. Hier leistete der aus Blankenstein stammende Lehrer und Unternehmer Johann Wilhelm Müser Pionierarbeit, als er sich im Jahre 1766 in Eigeninitiative für die Anlage eines Transportweges über topografische und städtische Grenzen hinweg engagierte und zum Teil uralte, schon von den Römern entlang der Emscher genutzte Strecken integrierte. Nach anfangs zögerlichen Baumaßnahmen vollendete die Preußische Regierung mit Hilfe des Militärs kurze Zeit später den Ausbau zum „Gahlenschen Kohlenweg“, der sich auf einer Gesamtlänge von 29 Kilometern zu einer soliden Verkehrsader etablierte.
Bis heute haben sich nach verschiedenen Aus- und Umbauphasen, der bis zu einer Breite von acht Metern geführten Dorstener Chaussee in der Mitte des 19. Jahrhunderts etwa, sowie der neuzeitlichen, inzwischen begradigten Bundesstraße 226, unterschiedliche Markierungen und Denkmäler erhalten, die die einstige Zweckbestimmung wie auch die Aufenthaltsorte der Fuhrleute dokumentieren:
Zollstationen, Gasthäuser, Brücke und Überführung, Herrenhäuser, Verwaltungsgebäude.Der Rückblick auf die Geschichte ermöglicht Perspektiven auf eine vom Rohstoff Kohle elementar geprägte Region, deren Potential schon früh erkannt worden ist und deren Nutzung weit reichende, über lokale Grenzen ausgreifende Dimensionen erreicht hat, zu einer Zeit, als die Ruhr noch nicht schiffbar war und Schlagbäume in regelmäßigem Abstand die Route begrenzten.Die avisierten zeitgenössischen Positionen vermitteln ein reichhaltiges Spektrum künstlerischer Strategien, denen der Umgang mit natürlichen Werkstoffen und eine temporäre Präsentation eigen sind:

    Skulpturen und Objektgestaltungen mit Naturmaterialien

    Flächenarbeiten mit Naturmaterialien

    Flächenarbeiten auf sandstrahlgereinigtem Beton

    Installationen aus Holz und Rasen

    Naturmalereien

Die Werke stellen in Form- und Farbschöpfungen Bezüge zur Historie her, fungieren als Kunstmarken und veranschaulichen mit den ihnen eigenen Ausdrucksqualitäten den eminenten Strukturwandel einer von der Industrie und Technologie gestalteten Region.

 


Kunstverein Hattingen
Annette Quast
Bochumer Str. 94
45529 Hattingen


galerie januar
Ulrich Fernkorn
Eislebener Str. 9
44892 Bochum


Förderverein Unser Fritz 2/3
Jens Blome
Alleestr.50 / Grimmberger Feld
44653 Herne


Kunstverein Gelsenkirchen
Ulrich Daduna
Am Stadtgarten 4
45883 Gelsenkirchen


virtuellvisuell
Angelika Krumat
Dörnekampstr. 18a
46282 Dorsten

 

 

 

teaser ruhr 20101